22 Dezember, 2016

Weihnachtsgeschichte mit Gruß


Zu meinem Weihnachtsgruß versendete ich in diesem Jahr nachstehende Weihnachtsgeschichte. Ich habe sie selber vor einigen Jahren von meiner Mutter erhalten und sie ist auch veröffentlicht im Buch "Erzählbar" von Manager Verlag. Ich hoffe sie gefällt.



Vor langer Zeit lebten in dem Ort Stoffelo kleine Leute. Sie wurden Stoffler genannt. Sie liefen den ganzen Tag mit einem Lächeln fröhlich durch den Ort. Immer wenn sie einander begegneten begrüßten sie sich mit einem kleinen Stöffchen. Jeder von Ihnen hatte genug davon und verschenkte sie gerne. Ein Stöffchen zu verschenken bedeutet für sie: ich mag dich. So zeigten sie sich, wie sehr sie sich mochten, was sie jeden Tag froh machte.

Außerhalb des Ortes lebte ein Kobold einsam in einer tristen Höhle. Er fand das Austauschen der kleinen Stöffchen unnütz. Eines Abends begegnete ein Stoffler dem Kobold. Dieser lächelte ihn an und reichte ihm gleich ein besonders schönes Stöffchen. Der Kobold schaute ihn kritisch an, schaute in den Rucksack des Stofflers und legte den Arm um ihn. Er flüsterte ihm zu: „Sei wachsam. Du hast nur noch 247 Stöffchen. Wenn Du weiterhin so großzügig bist, hast Du bald keine mehr.“ 
Der Kobold ließ den Stoffler stehen. Nach kurzer Zeit begegnete dem Stoffler ein Bekannter, der ihn gleich mit einem Stöffchen begrüßte. Der Beschenkte reagierte aber nicht wie bisher.  Er packte den Stoff nicht ein und sagte stattdessen zu seinem Bekannten: „Sei vorsichtig. Verschenke Deine Stöffchen nicht zu großzügig, sie könnten dir ausgehen.“ So kam es, dass sich bald immer weniger Stoffler mit einem Stöffchen begrüßten, aus Angst bald keine Stöffchen mehr zu haben.  Jeder hütete seinen Rucksack wie einen Schatz. Wer leichtsinnig war, musste damit rechnen, überfallen zu werden. Nach und nach begrüßten sich die Leute kaum noch. Das fröhliche Lächeln wich und man begegnete sich eher misstrauisch.

Erst nach langer Zeit begab es sich, dass die ersten nicht an den Mangel der Stöffchen glaubten. Sie begannen wieder, wie früher kleine Stöffchen zu verschenken. Sie merkten bald, dass die Stöffchen Ihnen nicht ausgingen und dass sich Beschenkte und Schenkende darüber freuten.

Ich wünsche allen friedvolle und freudige Weihnachtstage
Eure Patricia